Leere Straßen.



Wenn ich gehe, dann gehe ich allein. Die Straßen sind leer. Eine Geisterstadt nach der anderen. Das ist jetzt so. Das war immer so. Nur gelegentlich ist ein weiterer Mensch da. Es ist immer der gleiche Mensch. Niemand sonst. Auch wenn ich allein bin, weine ich nicht auf leeren Straßen. Ich muss mich erst hinter der nächsten Ecke verstecken. Oder ich lasse es so wirken, als habe ich etwas im Auge.
Heute muss ich wieder raus. Ich fürchte mich vor der Leere. Den einen, den anderen Menschen habe ich dann immer gern bei mir. Jetzt hätte ich ihn gern bei mir. Verlange ich zu viel?
Ich stehe hinter der Ecke, lasse meinen Tränen Zeit um zu trocknen. Ich gebe ihnen nicht alle Zeit der Welt. Sie müssen verdunstet sein, sobald die Leere einen Blick hinter meine Ecke wagt.
11.12.07 14:59


Wieder auf dem Boden.



Heute habe ich doch glatt einer Fußgängerin den Vortritt genommen. Man könnte also sagen, ich habe sie fast überfahren bzw. angefahren. Zum Anhalten und Entschuldigen hatte ich keine Zeit, habe deshalb nur böse Blicke geerntet. Allerdings hat sie sich auch nochmal umgedreht und mir hinterher geschaut. Ich hoffe, dass sie sich das Nummernschild nicht gemerkt hat.
Kurze Zeit vorher war ich so allein wie noch nie. Ich habe den einen Menschen nicht erkannt. Er kam mir fremd vor. Ich habe nichts gemacht, er genauso wenig. Dennoch kam er mir fremd vor. In dem Augenblick war ich sehr erschrocken. Mittlerweile ist mir jedoch bewusst geworden, dass dies und die Sache mit der Fußgängerin einfach passierten, weil ich nicht wusste, wo mir der Kopf steht. Jetzt weiß ich es wieder.
12.12.07 22:42




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